Warum DIY Kosmetik?

7 Gründe, warum man Kosmetik selbst machen sollte

Kosmetika und Pflegeprodukte benutzen wir täglich, und seien es auch nur Shampoo und Deodorant. Statt in die Drogerie oder den Supermarkt zu fahren und dort einfach beim buntesten oder billigsten Produkt ins Regal zu greifen, kann man seine Kosmetik aber auch selbst machen. Was daran so gut ist? Hier nennen wir sieben Gründe für DIY-Kosmetik.


1. Wissen, was drin ist

Beim Lebensmitteleinkauf gehört für viele Kunden der Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle längst dazu: Was esse ich denn da überhaupt? Wie viele Kalorien stecken in dieser Mahlzeit?

Aber wer schaut eigentlich bei Kosmetika auf das Kleingedruckte? Kaum jemand scheint sich dafür zu interessieren, was er sich auf die Haut oder in die Haare schmiert, und was davon am Ende in den Körper oder die Umwelt gelangt. Und wer das erste Mal auf die Liste der Inhaltsstoffe schaut, der wird auch nicht schlauer: Hier stehen teils kryptische CI-Nummern und lateinische Begriffe, mit denen kaum ein Käufer etwas anfangen kann.

Bei längerem Nachdenken darüber, wird so mancher Konsumentin mit empfindlicher Haut daher ganz anders. Wie gut ist es da, wenn man sich eine Wundsalbe aus Ringelblumen, Bienenwachs und Olivenöl einfach selbst herstellt und genau weiß: Das ist drin und nichts anderes!

2. Was man essen kann, kann für die äußere Anwendung kaum schädlich sein

Viel Schaum in der Badewanne ist zwar prinzessinnenmäßig, aber Tenside trocknen die Haut aus und machen sie anfällig für Keimbefall. Das wiederum wird durch anschließendes Eincremen nicht verhindert, aber wenigstens geht das spannende Gefühl von ausgetrockneter Haut davon weg. Mal ehrlich - das geht doch besser!

Obwohl die Werbung uns „wertvolle Lipide“ und „pflegende Öle“ als ganz spezielle und nur in diesen gekauften Produkten enthaltene Inhaltsstoffe anpreist, wissen wir es ja eigentlich besser. Ein Lipid ist nichts anderes als ein Fett. Nur wurde hier getrickst und ein etwas schickerer Begriff dafür verwendet. Dabei wusste schon Kleopatra, dass Fette die Haut pflegen und badete daher ihre Pfirsichhaut selbstverständlich in der von wertvollen Lipiden nur so strotzenden Eselsmilch. Die muss es zwar nicht gleich sein, aber Vollmilch von der Kuh, vielleicht mit einem Schuss pflegendem Olivenöl, freut die Haut und spart das anschließende Eincremen.

Masken aus Magerquark und Gurken helfen gegen entzündliche Haut, ein selbst angemischtes Spray aus ätherischen Ölen, Wasser und Backpulver nimmt Körpergerüche und Kakaobutter auf den Lippen schützt vor kaltem Wind: Was wir bedenkenlos in unseren Körper bringen, das können wir auch ohne Angst äußerlich anwenden - und uns nebenbei auch sicher sein, dass es biologisch abbaubar ist.

3. Man braucht für DIY-Kosmetik keinen Doktortitel

Wie man aus den obigen Beispielen bereits erkennen kann, ist die Herstellung eigener Kosmetik gar keine Hexerei. Ganz vereinfacht gesagt, mischt man bei der Herstellung aller Sorten Cremes und Pasten nach ihrer Wirkung (Inhaltsstoffe) und ihrer Festigkeit ausgewählte Produkte in einem solchen Mengenverhältnis, dass die gewünschte Konsistenz herauskommt. Ein Lippenpflegestift enthält mehr Wachs, damit er fester ist, eine schützende Salbe etwas weniger, damit sie leichter aufgetragen werden kann. Beim Einsatz ätherischer Öle solltest Du aufgrund der Konzentration bestimmte Mischverhältnisse einhalten. Diese kann man aus den üblichen Mischtabellen ablesen. Zudem sollten hier unbedingt die auf dem Öl angebrachten Warnhinweise berücksichtigt werden, dies gilt insbesondere für Allergiker oder Schwangere.

Größere Vorsicht ist bei der Herstellung von Seife geboten. Hier wird Natronlauge mit Fett verseift. Das ist nicht ganz ungefährlich und man muss sich äußerst genau an eine Anleitung halten. Wer sich für die Seifenherstellung interessiert, sollte beim ersten Versuch mit jemandem gemeinsam seifen, der sich schon auskennt.

Rezepte für Cremes, Deocremes, Salben, auch für dekorative Kosmetika gibt es massenhaft im Internet und einschlägigen Büchern zu finden. Selbstverständlich sollte hier auf die Erfahrung und Seriosität des Autors geachtet werden. Aber DIY-Kosmetik herzustellen ist leichter als Du denkst und macht einfach Spaß, also ran ans Werk!

4. Endlich weniger Chaos im Bad

Weniger ist oft mehr. Nicht nur bei den Inhaltsstoffen, auch bei der Anzahl verschiedener Produkte kann man sparen. Nicht für jede Körperpartie ist eine andere Creme nötig. Wer seine Kosmetik selbst macht, wählt für den eigenen Hauttyp die passenden Inhaltsstoffe aus und macht nur eine Sorte Deo oder Creme, schon allein wegen der extra zu besorgenden Produkte.

Besonders reichhaltig sind Sheabutter, Kakaobutter oder Mandelöl. Bei eher fettiger Haut reicht auch ein leichtes Leinöl oder eine Öl-in-Wasser-Emulsion. Irgendwann ist die richtige Mischung gefunden und endlich muss man nicht mehr nach der neuesten Mode gehen und irgendeinen Schnickschnack für viel Geld kaufen. Statt zehn Tiegelchen stehen dann eben nur noch zwei im Bad.

5. Wie für mich gemacht!

Besonders wer eine empfindliche Haut oder Kopfhaut hat, sucht oft lange nach dem richtigen Produkt. Hier ist Parfüm, dort ein zu starkes Tensid verarbeitet und schon schreit die Haut „Feuer!“. Je weniger in der Kosmetik enthalten ist, desto leichter hat es die Haut und desto verträglicher ist sie. Und wer möchte nicht die eigene „Manuela-Pflegecreme“ oder die „Lina-Lippenpflege“ mit individueller Zusammensetzung nach Gusto?

Endlich duftet das Deo dann genau, wie man es selbst will. Endlich ist der Farbton des Lippenstiftes genau der richtige und endlich juckt und fettet die Kopfhaut nicht mehr nach der Haarwäsche.

6. Der schnöde Mammon guckt in die Röhre

Auch wenn es nicht der Hauptgrund für das Herstellen eigener Kosmetik ist, spart man dadurch eine ganze Menge Geld im Vergleich zu gekauften Kosmetika. Dabei müssen wir noch nicht einmal an das obere Preissegment in der Drogerie denken. Abgesehen von den billigen, hauptsächlich erdölbasierten Inhaltsstoffen, punkten viele Kosmetik- und Pflegeprodukte mit einem hohen Preis im Vergleich zu DIY-Alternativen. Selbst, wer bei diesen zu hochwertigen Rohstoffen aus Bioqualität greift, bleibt unter dem Strich günstiger mit DIY-Kosmetik.

7. Kein Mikroplastik und kaum Müll

In den letzten Jahren ist die Diskussion um die Vermüllung der Meere und um die Belastung von Umwelt, Tier und Mensch mit Mikroplastik immer größer geworden. Gerade konventionelle Hersteller von Kosmetika verwenden aber weiterhin lösliche Kunststoffe in Duschgels und Shampoos oder auch kleine Mikroplastik-Kügelchen als Putz- und Rubbelkörper in Zahncremes und Peelings. Denselben Effekt haben Zuckerkörner, Salz oder Kaffeesatz ebenfalls. Lösliche Kunststoffe legen sich auf Haut und Haar und machen sie dadurch zwar weich, aber dafür auch dicht und sie sind gesundheitlich nicht unumstritten. Leider reichern sie sich außerdem in der Umwelt an, wobei wir die Langzeitfolgen noch nicht kennen.
DIY-Kosmetik spart also Mikroplastik und außerdem jede Menge kleiner Tiegelchen und Tübchen, denn die selbstgemachten Kosmetika wandern in wiederverwendete Tiegel oder kleine Schraubgläser, die später wieder gespült werden.

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